Na toll ..
Lebensgefährliches Teufelszeug
VANDALISMUS.
Der neuste Trend der Graffiti-Szene macht Experten Sorge: Jugendliche füllen ätzende Flusssäure in Filzstife.
Es ist ein lebensgefährlicher Trend, der sich in der Graffiti-Szene verbreitet: "Ätzing" nennen es die Experten, wenn die meist jugendlichen Täter ätzende Flusssäure in Filzstifte füllen und damit die Scheiben von Bussen, Bahnen und Wartehäuschen beschmieren.
"Erst vor zwei Monaten wurde die Scheibe einer Stadtbahn mit Flusssäure beschädigt", ärgert sich Heike Schuster, Sprecherin der Rheinbahn. In jüngster Zeit käme das öfter vor.
"Das Glas wird verätzt, und der Schriftzug steht dann dreidimensional hervor. Meistens sind kleine Bläschen zu sehen", erklärt Schuster. Außerdem sehe die Oberfläche milchig aus. "Unsere Mitarbeiter haben wir über die Gefahren aufgeklärt", sagt die Sprecherin. "Sie müssen Handschuhe und Schutzbrillen bei der Reinigung tragen." Auf 1,5 Millionen Euro beläuft sich der Schaden, der durch Vandalismus, also auch durch die Säure-Graffitis, jährlich entsteht.
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Denn die Chemikalie ätzt sich unter die Haut. "Das tut bestialisch weh und brennt fürchterlich. Außerdem blockiert sie im Körper Calcium und Magnesiumionen", erklärt Arno Dittmann, stellvertretender Leiter der Werksfeuerwehr im Düsseldorfer Henkelwerk.
Dies könne zu enormen Stoffwechselstörungen führen, wenn es nicht rechtzeitig behandelt würde. "Schon eine tellergroße Verätzung kann innerhalb von drei Stunden zum Tod führen", warnt der Experte. Die Säure sei sogar in der Lage, Knochen anzugreifen.
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Beim Kontakt mit der ätzenden Flüssigkeit gibt es für die Opfer nur eine medizinische Rettung: Ein spezielles Calciumgel. "Das wird auf die Haut aufgetragen und sorgt dafür, dass die Säure den Rückweg an die Hautoberfläche antritt. Denn sie geht immer dahin, wo es am meisten Calcium gibt", erklärt Arno Dittmann.
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