Historischer Fund bei Kö-Bogen-Bauarbeiten: steinerne Brücke gefunden
Bei den Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Kö-Bogen ist nach den Resten der Flinger Kontergarde ein zweiter bedeutender Fund aus der Zeit der Düsseldorfer Stadtbefestigung zu verzeichnen. In der Elberfelder Straße wurde bei einer Kanalverlegung eine massive 10 Meter lange Mauerstruktur mit Rundbögen freigelegt. Die Archäologen um den mit der archäologischen Begleitung der Tiefbauarbeiten rund um Wehrhahn-Linie und Kö-Bogen betrauten Archäologen Andreas Kupka vermuten, dass es sich hierbei um die Reste der Brücke handelt, die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts das Flinger Tor mit dem Flinger Ravelin verband.
Die Brücke war Bestandteil der stark ausgebauten Ostfront der ehemaligen Landesfestung Düsseldorf. Diese bastiönäre Befestigung des 16. Jahrhunderts wurde durch Festungsvorwerke, ein so genanntes Ravelin und – noch weiter feindseits gelegen – eine Kontergarde verstärkt. Das Ravelin war ein von einem Graben umgebenes, gemauertes Festungsbauwerk mit Erdfüllung, auf dem sich ein Magazingebäude befand und dessen Aufgabe in der Sicherung des ehemaligen Flinger Tores – heute im Bereich der Heinrich-Heine-Allee – bestand. Bei Bedarf konnten auf dem Ravelin Geschütze in Stellung gebracht werden und sich Truppen zum Beispiel für einen Ausfall sammeln. Das Flinger Ravelin sorgte durch zwei Brücken für die Verbindung zwischen der Kernfestung und dem Festungsvorfeld, wobei in Krisenzeiten auch eine leichte Kontrolle der ein- und ausgehenden Passanten möglich war.
Die Grafik der Stadt zeigt das Ravelin vor dem Flinger Tor. Der Kreis markiert das Brückenteil, der im Verlauf der heutigen Elberfelder Straße freigelegt wurde. Quelle: Stadt Düsseldorf
Die größere der beiden Brücken wurde nun freigelegt und stellt nach Einschätzung der Archäologen einen bedeutenden Befund für die Düsseldorfer Stadt- und Festungsgeschichte dar. Die Spezialisten vermuteten bisher an dieser Stelle eine Holzbrücke, dass es sich um Bauwerk aus Stein handelt, ist für Archäologen und Festungsforscher eine kleine Sensation. In der Baugrube des Kö-Bogens werden die vorbereitenden Arbeiten zum Abtransport der Mauerreste der Flinger Kontergarde abgeschlossen. Nach Kernbohrungen wurden Stahlträger als Tragekonstruktion in die dicken Mauern eingebaut. Es folgen nun die Sägearbeiten.