Kaiserswerth und Schloss Benrath sollen UNESCO-Welterbe werden

  • Auf Beschluss des Stadtrats hat Oberbürgermeister Dirk Elbers für den historischen Stadtkern von Kaiserswerth und für Schloss Benrath einen Antrag auf Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes beim Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr gestellt. Mit der Aufnahme in die Tentativliste des Landes NRW sind somit zwei Düsseldorfer Objekte im Rennen, um in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen zu werden. Jedes Bundesland ist aufgefordert bis zum 1. August 2012 zwei Vorschläge aus dem Bereich Kulturerbe zu unterbreiten. Die Vorschläge der Länder werden von einer Expertengruppe bewertet und das Ergebnis der Kultusministerkonferenz im Jahr 2013 vorgelegt.


    Hintergrund Kaiserswerth
    Die Geschichte Kaiserswerths reicht bis ins 7. Jahrhundert zurück, als ein fränkischer Fronhof zu einer befestigten Anlage ausgebaut wurde. Ein Jahrhundert später folgte der Erweiterungsbau für ein Benediktinerkloster, bevor im 12. Jahrhundert Kaiser Friedrich Barbarossa durch Verlegung des Rheinzolls Kaiserswerth zu einem Wirtschaftszentrum wurde. In den Kampf um die Vorherrschaft in Europa war Kaiserswerth wegen seiner strategischen Bedeutung immer wieder verwickelt. Spanier, Burgunder und Franzosen belagerten die Kaiserpfalz und Stadt, die im spanischen Erbfolgekrieg 1702 weitgehend zerstört wurden.


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    Historische Darstellung von "Keyserswerdt " aus dem Jahr 1646, Quelle: Wikipedia


    Zeugen der Vergangenheit sind unter anderem die Ruine der Kaiserpfalz, die Suitbertuskirche und der 1981 umgestaltete Stiftsplatz. Von herausragender Bedeutung ist das restaurierte romanische Haus am Suitbertus-Stiftsplatz, eines der wenigen derartigen Häusern in Deutschland. Überregionale und internationale Bedeutung ist mit vier Kaiserswerther Persönlichkeiten verbunden: Hl. Suitbertus – Barbarossa – Friedrich Spee – Theodor Fliedner.


    In Kaiserswerth spiegelt sich die Reichsgeschichte und die mehr als 500- jährige Geschichte Kurkölns wider. Der Bau der Kaiserpfalz, die Erhebung zur Rheinzollstätte und freien Reichsstadt durch den Stauferkaiser Barbarossa unterstreicht die internationale Bedeutung der Stadt im Mittelalter.


    Hintergrund Schloss Benrath
    Schloss Benrath wurde von 1755 bis 1773 unter der Leitung von Nicolas de Pigage (1723–1796) im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz erbaut. Das denkmalgeschützte Ensemble von Lustschloss, Jagdpark, Weihern und Kanalsystem gilt als bedeutsamstes architektonisches Gesamtkunstwerk von Düsseldorf.


    Die ursprüngliche Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert sollte auf Weisung von Elisabeth Amalia Magdalena, der zweiten Frau Pfalzgraf Philipp Wilhelms, 1660 in ein repräsentatives Wasserschloss umgestaltet werden. Im Jahr 1666 wurde es fertiggestellt und für den Sommer- und Jagdaufenthalt der Familie des Pfalzgrafen genutzt. Der älteste Sohn und Nachfolger Philipp Wilhelms, Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg (genannt Jan Wellem), der im Düsseldorfer Schloss residierte, war mit Schloss Benrath eng verbunden und nutzte es mit seiner zweiten Gemahlin Anna Maria Luisa de’ Medici als Sommerresidenz.


    Etwa hundert Jahre später ließ Kurfürst Karl Theodor (1724–1799) ein neues Lust-/Jagdschloss („maison de plaisance“) als Sommerresidenz errichten. Dafür ließ Baumeister Nicolas de Pigage zunächst das marode Hauptgebäude des Wasserschlosses abreißen, nur die Orangerie blieb erhalten. Das neue Schloss wurde etwa 300 Meter nördlich des Vorgängerbaus angelegt. Zeugnisse des alten Schlosses findet man noch in Fresken, Stuckaturen und Kaminen in Räumen der Orangerie und an einem Altar in der Kapelle.