Beiträge von FAU Duesseldorf

    19.02.: Migrantische Carearbeiter*innen in Deutschland am Beispiel der „24-Stunden-Polin“ @ V6 Ddorf

    Einlass: 19:00
    Start: 19:30
    Eintritt: Eintritt frei - Spende willkommen
    Veranstalter: FAU Düsseldorf (https://duesseldorf.fau.org)
    Lokation: V6 - FAUD Lokal, Volmerswertherstrasse 6, 40221 Düsseldorf

    https://duesseldorf.fau.org/ev…iel-der-24-stunden-polin/

    Der demografische Wandel, unzureichende Versicherungsleistungen, staatliche Reformen und Untätigkeiten der Gewerkschaften in der Vergangenheit sind Hauptursachen des so genannten „Pflegenotstands“. Dies resultiert in steigender Nachfrage an Arbeitskräften im Care-Bereich. Die „Unattraktivität“ der Fürsorgearbeit liegt einerseits an der unangemessenem Entlohnung, andererseits an dem niedrigen Status der Pflegeberufe (und der Reproduktionsarbeit im allgemeinen), die meistens als „Frauendomäne“ angesehen werden, was zu ihrer mangelnden gesellschaftlichen Anerkennung beiträgt.

    Im Endeffekt wird Carearbeit oft an Migrant*innen delegiert. Schätzungsweise gibt es 150.000 bis 500.000 „Care-Migrantinnen“, die in Deutschland „3C-Jobs“ ausüben („cleaning, cooking, caring“). Dabei sind die meistens aus Osteuropa stammenden Frauen in Haushalten in Deutschland oft irregulär beschäftigt, um vor allem ältere pflegebedürftige Menschen zu betreuen.

    Einen besonders guten Ruf in Deutschland scheinen polnische Pflegekräfte zu haben. Dies spiegelt sich in Titeln von Zeitungsartikeln wie „die 24-Stunden Polin“ oder in Alltagsfloskeln wie „die polnische Perle“ wieder.

    Viele von ihnen leben im Haushalt ihrer „Kund*innen“ und sind Rund-um-die-Uhr mit der Haushalts- und Pflegetätigkeiten beschäftigt (sog. „Live-in-Arrangements“). Die permanente Orientierung an den Bedürfnissen der Klient*innen bedeutet wochen- und monatelang, 24 Stunden die Woche ununterbrochene Arbeit, die an einen Ort – das Haus oder die Wohnung der Klient*innen – gebunden ist. Das ist kein neues Phänomen, da die grenzüberschreitende Pflegeversorgung in Deutschland seit mindestens zwei Jahrzehnten zu beobachten ist.

    Die räumliche und zeitliche Einschränkung bedeutet mangelnde soziale Kommunikation und zusammen mit der fehlenden Privatsphäre und Distanz in der Pflegebeziehung tragen zur sozialen Isolation bei. Die monotone Alltagsroutine der sich einerseits immer wiederholenden Haushalts- und Pflegetätigkeiten, die meist zu bestimmten Uhrzeiten erledigt werden müssen, und andererseits die Konzentration auf die Bedürfnisse der Klient*innen vertiefen das Gefühl der Einsamkeit.

    Hinzu kommt das grundlegende Arbeitsrechte wie die Regelung der Arbeitszeiten und -aufgaben, Unfallsversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz usw. fehlen. Aus Angst vor dem Verlust ihrer Stelle haben nicht nur die irregulären Pflegekräfte entweder keine oder nur sehr begrenzte Möglichkeiten um bessere Arbeitsbedingungen auszuhandeln (oder auch nur ihre bestehenden (Arbeits-)Rechte einzufordern).

    Trotz ihrer unprivilegierten Lage und der isolierten Arbeitssituation haben die( irregulären) Arbeiterinnen Handlungsmöglichkeiten dem entgegenzuwirken. Eine wichtige Rolle dabei spielen zum Beispiel die Netzwerke, die der Selbstorganisation der Pflege dienen, so dass die Pfleger*innen aus dem Netzwerk sich alle paar Wochen oder Monaten bei der Pflege der Kund*in abwechseln können. Durch informelle Kontakte innerhalb des Netzwerks wird nicht nur die Arbeit organisiert und vermittelt, sondern z.B. auch Informationen über Vermittlungsagenturen, die den Pflegekräften schlechte Arbeitsbedingungen anbieten. Da das Netzwerk auf Kollegialität und Zuverlässigkeit basiert, kann es nach Bedarf bzw. in Krisensituationen schnell aktiviert werden (z.B. im Fall des ausstehenden Lohns).

    Während des Vortrags werden Beispiele von geführten Arbeitskämpfen und Strategien, die die Arbeiter*innen entwickelt haben, dargestellt und die dabei ausgelösten Emanzipationsprozesse besprochen. Der Vortrag wird mithilfe von Fotos illustriert, die polnische Pflegekräfte selbst im Alltag gemacht haben. (so dass in manchen Fällen sogar eine „Fotostory“ entsteht).

    Nach dem Vortrag bleibt Zeit um über eure mitgebrachten und über die während des Vortrags aufgeworfenen Fragen zu Diskutieren und vielleicht erste Pläne zu diskutiert welche Möglichkeiten bestehen, um migrantische Care-Arbeiter*innen in Deutschland zu unterstützen.


    https://duesseldorf.fau.org/wp…reArbeit_A5_R-copia-1.png[IMG:]

    29.11.: LET'S DENK! Nr. 5: Ist Konsens undemokratisch? @ V6

    Wem schon mal in den Sinn kam, dass die Welt da draußen bisweilen ganz schön scheiße sein kann, der hat sich vielleicht auch schon mal ein paar Gedanken gemacht, warum das so ist, ob das so sein muss, ob es Alternativen gibt und wenn ja, wie sollte das aussehen? Sich ein paar Gedanken zu machen, ist nicht schlecht – aber denken kann man nur gemeinsam gut. Nicht nur, weil ich auf diese Weise gefordert bin, für meine Gedanken die passenden Worte zu finden, so dass auch andere sie verstehen. Ich kann sie auch mit denen anderer abgleichen und vielleicht feststellen, dass meine klugen Ideen, wenn man sie umsetzen würde, für andere sehr negative Folgen hätten.

    Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Let‘s denk!“ wollen wir uns alle zwei Monate an einem Freitag-Abend treffen, um gemeinsam zu denken und uns auszutauschen. Jede Veranstaltung steht dabei unter einem bestimmten Thema, in das mit einem kurzen Input eingeführt wird. Dabei geht es nicht nur darum, über das Thema ins Gespräch zu kommen, sondern auch darum, wie wir ins Gespräch kommen. Wem es hauptsächlich darum geht, zu zeigen, wie viel er/sie gelesen hat oder wie eloquent er/sie sich ausdrücken kann, ist auf anderen Veranstaltungen wesentlich besser aufgehoben.

    Du musst also weder Hegel noch Kant, weder Kopotkin noch Bakunin in der kritischen Gesamtausgabe gelesen oder verstanden haben – komm einfach und denk mit! Red mit! Thema der fünften LET‘S DENK! ist: Ist Konsens undemokratisch?

    • Einlass: 18:30
    • Start: 19:00
    • Ende: 22:00
    • Eintritt: Eintritt frei - Spende willkommen
    • Veranstalter: FAU Düsseldorf
    • Lokation: V6 - FAUD Lokal, Volmerswertherstrasse 6, 40221 Düsseldorf

    Wo das eine endet, beginnt das andere zu wachsen. Weil wir nur Menschen sind, beobachten wir ständig das Machtspiel zwischen der Liebe und dem Ego. Beide sind für uns ungreifbar, aber Lieder, die aus tiefen Gefühlen entstehen, sind real und bald wieder zu hören.

    Zusammen mit den beiden wunderbaren Gitarristen, Sebastian Kokott und Florian Hinz präsentieren wir euch sehr temperamentvolle Interpretationen von unseren Songs. Wo drei Westerngitarren und Gesang den Raum mit Energie füllen, da sollt ihr nicht fehlen. Lasst euch in unsere verrückte Welt verführen.

    Mirka, Sebastian, Florian

    Bike-Kitchen - Eine Selbsthilfewerkstatt für Fahrräder

    Die Bike-Kitchen ist als Selbsthilfewerkstatt eingerichtet. Wir reparieren unsere Fahrräder selbst. Wir können uns gegenseitig fragen und sagen, wie das geht und nehmen uns Zeit, um zu lernen und zu radeln. Bei Bedarf kann im V6 gekocht und gegessen werden. Werkzeuge werden mitgebracht und können gemeinsam genutzt werden.

    • Wann: So., 19.05.2019
    • Wo: V6 - FAU Ladenlokal http://vsechs.blogsport.eu
    • Beginn: 12:00
    • Ende: 18:00
    • Veranstalter*in: FAU Düsseldorf


    Foto: duesseldorf.fau.org

    Aktuelles immer zuerst auf unserer offiziellen Website https://duesseldorf.fau.org

    Am 22.03. jährt sich der Todestag von Hans Schmitz. Dies nehmen wir zum Anlass um uns anhand seiner Biographie mit Fragen des Widerstandes, der Anarchie, des Syndikalismus, des Kampfes gegen den Faschismus, dem Verdrängen und Erinnern und vielem anderem mehr zu beschäftigen. Neben einem kleinen Vortrag zum Leben und wirken dieses einfachen Arbeiters zeigen wir auch noch einmal die Dokumentation „Umsonst is dat nie!“

    • Einlass: 19:00 Uhr
    • Beginn: 19:30 Uhr
    • Ende: 22:00 Uhr

    Eintritt: Frei – Spenden erwünscht

    Veranstalterin: Freie Arbeiter*innen Union

    Weitere Infos: https://duesseldorf.fau.org/ev…st-is-dat-nie-2019-03-22/