Das kleine, große Dorf an der Düssel

jan Wellem
jan Wellem, Foto: Frankieboy / pixabay / CC0 Creative Commons

Gedanken eines indischen Rheinländers

Lang, lang ist's her, doch wer hätte gedacht, dass jenes beschauliche Dorf am Rhein, im Schatten der alten Pfalzstadt Kaiserswerth, am Anfang des 21. Jahrhunderts zu einer Stadt von internationalem Ruf gelangen und seinen rechtmäßigen Platz im Konzert der großen Städte Europas einnehmen würde.


Europa in Düsseldorf - doch ein Dorf, ja, das ist es geblieben; nicht im Kopf, sondern im Herzen. So verbindet die Stadt ihre Vorzüge und die Vielzahl von Angeboten einer weltoffenen Metropole mit dem herzlich familiären Charakter eines Dorfes. In der Tat findet man in Düsseldorf den türkischen Fussballverein und die portugiesische Folkloregruppe eben so wie den Verein zur Pflege des Brauchtums und die ein oder andere Karnevalsgesellschaft.


Ob buddhistischer Tempel oder jüdische Synagoge, muslimische Moschee oder christliche Kirche - das Miteinander fremder Kulturen ist hier mehr als ein bloßes Bekenntnis: Es ist eine Lebenseinstellung. Ist der gemeine Rheinländer doch bekanntlich von Natur aus ein multikultureller Geselle und der Düsseldorfer vor allem ein friedliebender Mensch, der selbst dem ewigen Feind eine Bastion im Hafen zugesteht.


Und so erfüllt es mein indisch-rheinisches Herz doch immer wieder mit Freude, wenn ich von Stress geplagt und beladen mit allerlei Eindrücken der Welt zurückkehre in das kleine beschauliche Dorf am Rhein - meinen Ruhepunkt in unserer hektischen Zeit, meine Heimatstadt an der Düssel.


André Sarin (30), Freier Journalist und Asienwissenschaftler und in der DC als "Neo LaSalle" unterwegs, ist jüngster "Alde Düsseldorfer" und schreibt in seiner Kolumne über die Stadt und Ihre Bürger.

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