Flingern im Wandel

  • Für den Worringer-Platz hätte ich auch schon einen Ralf-Schmitz-tauglichen Slogan:


    "Palais Worringer - Leben Sie auf der grünen Insel in direkter Nähe zu Düsseldorfs Tor zur Welt!"

    Ralle Schmitz muss auf jeden Fall "abgewehrt" werden. Wenn der mit seinen gedrungenen Altbau-Imitaten ein Viertel entdeckt, ist alles zu spät...der hat den Bunker am Hermannplatz runtergeholt - war auch ein Ort mit viel Potenzial.


  • ... Blöderweise fängt die klassische Gentrifizierung schon beim Zuzug von Studenten in Arbeiterstadtteile an und nicht erst mit dem Einfall der BoBo´s.

    Wer sich mehr mit der Thematik beschaeftigen moechte dem empfehle ich das neue Buch von Andrej Holm![IMG:] Gentrifizierung - Städtische Konflikte um Aufwertung und Verdrängung


    Es gibt auch diesen Monat ein Interview in der TERZ mit ihm.
    "Jetzt wissen alle, was Gentrification ist" [url]http://www.terz.org/texte/texte_1005/gentrifizierung.html[/url]
    und es gibt bei Freiraum fur Bewegung auch ein Kurzvideo http://www.youtube.com/user/bewegungfreiraum

  • Die Spirale dreht sich weiter...


    Der Galeristen-Boom in Flingern hält an


    Als sich vor einigen Jahren die vier Galerien Hölzl, Conrads, Leuchter und Walbröl in der Kronprinzenstraße 9 in Unterbilk niederließen, hofften sie auf eine Belebung der Szene durch K21. Doch nichts geschah. Helga Conrads meint, im Ständehaus sei „tote Hose“, ihre Galerie hat sie nun an der Lindenstraße. Ihre Kollegin Ruth Leuchter fühlt sich gleichfalls in Flingern wohl. Ursula Walbröl sucht dort noch Räume. Nur Cora Hölzl ging nach Wien.


    Lob für die Aufbruchstimmung im jungen Viertel mit den kleinen Läden


    Die Grundstücks-Eigentümer in Flingern möchten vom Galeristen-Boom profitieren. Im September 2008 musste die experimentierfreudige Galerie Revolver den Eckladen am Hermannplatz räumen, weil das Haus verkauft wurde. Die Gemeinschaft der fünf Mitstreiter unter Jojo Ensslin zerbrach. Ensslin erzählt, dass ihr Mietpreis bis dahin für 120 Quadratmeter bei 1200 Euro lag. (...)
    Warum nun aber Flingern? Leuchter erklärt: „Flingern hat Flair. Es ist ein junges Viertel mit kleineren, individuellen Geschäften, die man in der Innenstadt nicht mehr findet. Der Aufbruch ist spannend. Außerdem ist Flingern die Urzelle der berühmten Konrad Fischer-Galerie.“


    http://www.wz-newsline.de/?redid=851575

  • Warum nun aber Flingern? Leuchter erklärt: „Flingern hat Flair. Es ist ein junges Viertel mit kleineren, individuellen Geschäften, die man in der Innenstadt nicht mehr findet. Der Aufbruch ist spannend. Außerdem ist Flingern die Urzelle der berühmten Konrad Fischer-Galerie.

    Spannender Aufbruch!? Hmm, das einzig spannende ist an dieser Stelle die individuelle Wahrnehmung wie sie unterschiedlicher wohl nicht sein kann. Klar, noch vor vier Jahren war Flingern-Nord wie teils beschrieben. Mittlerweile gibt es zwischen diesen "kleineren, individuellen Geschäften" und totlangweiligen KrimsKrams-Geschenke-Touri-Läden nicht den geringsten Unterschied mehr.


    Ja, die Spirale dreht sich weiter. Leider in die falsche Richtung... :thumbdown:

  • Der Stadtteil gilt als Szeneviertel, was Wohlhabende anzieht – und Ängste weckt, dass Alteingesessene verdrängt werden.
    Die Entwicklung hat mehrere Etappen. Zuerst ziehen vernachlässigte Stadtteile wegen niedriger Mieten und/oder Leerstand eine kreative, aber finanzschwache alternative Szene an. Galerien, ungewöhnliche Läden und Kneipen werden eröffnet. Bald gilt das Viertel als angesagt, zahlungskräftigere Menschen ziehen nach, Altbauten saniert, hochwertige Neubauten errichtet. Die Mieten steigen. 
    WestdeutscheZeitung

  • Die Entwicklung hat mehrere Etappen. Zuerst ziehen vernachlässigte Stadtteile wegen niedriger Mieten und/oder Leerstand eine kreative, aber finanzschwache alternative Szene an. Galerien, ungewöhnliche Läden und Kneipen werden eröffnet. Bald gilt das Viertel als angesagt, zahlungskräftigere Menschen ziehen nach, Altbauten saniert, hochwertige Neubauten errichtet. Die Mieten steigen.

    Fehlt die letzte Etappe: der Stadtteil wird zunehmend öder, weil die Kreativen von den "Kreativ-Schmarotzer-BoBo´s" vetrieben wurden, die dann allerdings auch sehr schnell heuschreckenartig - weil der Stadtteil ja dann nicht mehr als hipp gilt - weiterziehen... :thumbdown:


    Ansonsten finde ich den Artikel selbst nicht so ganz schlecht. Hier noch ein paar Links mit teils interessant-witzigen Kommentaren aus dem Flingern.net:


    http://www.flingern.net/2010/1…er-von-projekt-uberzeugt/


    http://www.flingern.net/2010/0…ldorf-sackgasse-flingern/


    Wenn sie unbedingt Flingern haben wollen, mein Gott, gebt ihnen halt Flingern-Süd, so quasi als Aufnahmeprüfung! 8o

  • und schon der erste Mecker: die haben doch tatsächlich nur von 11:30 - 14:30 Uhr geöffnet!! Was ist denn das für ein Blödsinn. :thumbdown:


    Top Mittagstisch ist ja fein, aber wenn ich mal Bock auf Pommes hab´, dann eher abends. Bleibt also doch wieder nur der Grieche auf der Wetterstr....

  • Zitat

    Roter Teppich in Flingern nicht ohne pinken Protest
    Flingern ist hip. Heute feiern sich die trendigen Szeneläden dort erneut selbst. Wir sind dabei und werden Flugblätter und pinke Soli-Aufkleber verteilen, um auf den Luxusbau der Immobilienfirma Ralf Schmitz aufmerksam zu machen. An Stelle des abgerissenen Bunkers an der Lindenstrasse werden dort im Moment Luxuswohnungen gebaut, die bis zu 1,5 Millionen Euro kosten werden. Dieses Projekt wird zu einer Verteuerung der umliegenden Mietwohnungen führen.
    Schon heute liegen die Neumieten in Flingern weit über dem Durchschnitt in Düsseldorf, so dass sich selbst die InhaberInnen der Szeneläden immer seltener die Laden-, wie auch die Wohnungsmieten leisten können. Wir wollen mit der Flugblattverteilung auf die schleichende Gentrifizierung Flingerns aufmerksam machen, die schon heute nicht mehr zu übersehen ist und gegen Projekte, wie sie in der Lindenstrasse entstehen, protestieren. Bereits im Vorfeld sind Sprüh- und Plakataktionen aufgefallen, die sich in den pinken Protest einreihen. So wurden rund 20 pinke "Quadratmeter" auf den Boden rund um das Neubauprojekt gesprüht, um auf die steigenden Preise und damit die Selektion der BewohnerInnen aufmerksam zu machen.
    Flugblatt [IMG:]

    [IMG:] [IMG:] [IMG:] [IMG:] Hier rechtaufstadt.org gibts die Fotos auch in groesser.

  • Zitat

    Wer soll das bezahlen? Wer hat das bestellt?
    ...Auslöser war einmal mehr die Luxus-Immobilie, die an der Lindenstraße entsteht, wo einst ein Hochbunker stand. Bereits seit Wochen schlägt das Thema „Unter den Linden“, so der Name den die Immobilienfirma Ralf Schmitz dem Projekt aufgedrückt hat, im Veedel hohe Wellen. Erst das anbiedernde Werbefilmchen im Netz, das Flingern mit Hilfe von Ausschnitten aus dem Hollywood-Blockbuster mit Julia Roberts und Hugh Grant als das „Notting Hill von Düsseldorf“ anpreist und zu einem Tässchen Earl Grey im parkähnlichen Garten der noch zu bauenden Immobilie einlädt...
    http://blogbird.coolibri.de/20…len-wer-hat-das-bestellt/ 



    [IMG:]


    :thumbsup:

  • http://www.az-web.de/lokales/e…-Mieter-verdraengt-werden

    Zitat

    Wenn alteingesessene Mieter verdrängt werden


    Als zahlreiche Bürger Ende November im angesagten Düsseldorfer Stadtteil Flingern die Einladung zum «Mitternachts-Shopping» nutzten, trafen sie auf Protest.


    In Düsseldorf entwickeln sich die Mieten flächendeckend nach oben. In der Landeshauptstadt gebe es einen «Mangel an bezahlbarem Wohnraum», sagt Andreas Rimkus, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. In Düsseldorf seien die Mieten im vergangenen Jahr um zehn Prozent und mehr gestiegen. Studenten klagen, dass selbst ein WG-Zimmer in der Stadt am Rhein kaum noch unter 350 Euro zu haben ist. Von einem zwiespältigen Phänomen spricht der Soziologe Reinhold Knopp: «Gentrifizierung ist ein Prozess, der über den Markt läuft. Aber auch die jeweiligen Städte können ihn positiv oder negativ beeinflussen.»[...]

  • Endlich ist es so weit! Ralf Schmitz lädt zum Richtfest „Unter den Linden“ ein.


    Der hyperteure und äußerst Investor_innen-freundliche Neubau schreitet der Vollendung entgegen: Unsere Mieten werden steigen, der Grundstückspreis in Flingern wird gehoben, die Schmuddelläden werden neuen, schicken Boutiquen weichen, wer es sich nicht leisten kann, wird verdrängt. Das ist ein Grund zum Feiern!


    Das Bündnis „Freiräume für Bewegung“ unterstützt Ralfi schon länger bei seinen Aufwertungs-Plänen, natürlich laden wir auch mit zur fetten Mietenparty ein – auf das es richtig kracht! Einigen wird der Bau ein Begriff sein, denn schon mit unserer Tanzdemo sind wir daran vorbei gezogen.


    Kommt alle: Am 9. September ab 16 Uhr feiern wir auf der Lindenstr. 126 das Richtfest des Hauses „Unter den Linden“. 
    Um statusgerechte Garderobe, laute Instrumente, Konfetti und Sekt wird gebeten.


    [IMG:]

  • Ist das jetzt ein Scherz oder was?! Sonst wäre das ja mal mehr als "dekadente Assozialität"! X(

    Hey, du kennst doch die vergangenen Aktionen! Das ist eine Kommunikationsguerilla - Aktion.
    Die Idee der ironischen Jubel-Fette-Mieten-Partys kommt aus Paris. Nachgemacht haben es schon viele grosse Staedte z.B. Hamburg und Berlin.


    Zitat

    In Paris besetzt die Jeudi-Noir-Gruppe überteuerte Wohnungen, in Hamburg werden Wohnungsbesichtigungen in Spekulationsobjekten durch illegale Flashmobs lahmgelegt. Hier zwei Beitraege auf arte 

    Feiern gegen fette Mieten
     Spiegel Artikel