Rheinwiesn 2011 - Die Größte Kirmes am Rhein (15.07. - 24.07.2011)

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    Hallo zusammen,


    keine zwei Monate mehr und die Kirmes macht erste "Schlagzeilen". In diesem Fall jedoch leider. So wirft das Unglück der Loveparade 2010 nun wohl auch seine Schatten auf die Rheinwisen in Oberkassel: man denkt über Zugangsbeschränkungen an den Festzelten nach. Max. drei Personen pro Netto m² sollen gestattet werden. Selbst der Zulauf auf das Gelände soll unter Umständen begrenzt werden.


    Der ganze Artikel dazu auf RPOnline.


    Meiner Meinung nach wieder mal eine völlig übertriebene, typisch Deutsche, Schreibtisch-Reaktion. Wenn es mir - vielleicht als Familienvater - zu gefährlich wäre eine Kirmes zu besuchen würde ich es eben bleiben lassen. Die Ambitionen des Staates sämtliche Gefahren für Leib und Leben von vorn herein auszuschließen (prominentes Beispiel: Rauchfreie Kneipen) gehen gehörig auf den Senkel — die Krankenkassen scheinen gute Lobbyarbeit zu leisten.


    Eine Vision einer vollends kastrierten Spaßkultur, wie sie beispielsweise in Demolition Man gezeigt wurde, scheint — so bescheuert es klingt — immer realer zu werden.

  • Eine Vision einer vollends kastrierten Spaßkultur, wie sie beispielsweise in Demolition Man gezeigt wurde, scheint — so bescheuert es klingt — immer realer zu werden.


    Die Befürchtungen habe ich leider auch.


    Als ich den Artikel heute morgen gelesen habe, wurde mir ganz anders: Füchschen-Chef Peter König überlegt bei diesen Einschränkungen gar, sein Zelt zukünftig garnicht mehr aufzustellen, weil es sich nicht mehr rechnen würde und wegen der Einschränkungen zur Antiwerbung verkommen würde. Ähnliche Äußerungen kamen auch von Schlösser. Diese Kirmes soll als Testphase zeigen, wie weit die Vorschriften dehnbar sind. Sollten diese Hotspots merklich beschnitten werden, verliert die Kirmes einen großen Anziehungsfaktor :S

  • ‎Sicherheitsvorkehrungen müssen ganz sicher sein, aber man sollte doch wirklich mal die Kirche im Dorf lassen, und nicht gleich wieder neue Vorschriften erlassen, um möglichst noch den Gang zum Pissoir zu reglementieren. Wenn die Rheinkirmes nur noch vom Altstadtufer aus betrachtet werden darf, kann doch nichts mehr passieren - oder? ...Obwohl evtl. sollte noch der Rhein abgepumpt werden, bevor jemand naß wird! *kopfschüttel*




  • Tja. Scheisse ists.


    Kirmes ohne Füchschen


    Düsseldorf (RPO) Die Auflagen für die Party-Zelte sind verschärft worden. Der erste Betreiber zog jetzt die Konsequenzen. Das "Füchschen" wird es in diesem Jahr nicht mehr auf den Rheinwiesen geben. Das "Füchschen" wird in diesem Jahr bei der größten Kirmes am Rhein fehlen. Wie Brauerei-Chef Peter König am Mittwoch mitteilte, wird das Party-Zelt "Füchschen" in diesem Jahr nicht aufgebaut werden. Das Zelt war immer einer Anziehungspunkt für viele junge Gäste. Etwa 90.000 Gäste strömten jedes Jahr in das Zelt. WEITERLESEN


    Ich könnt ja so kotzen. Aber ich glaube auch, dass das das letzte Wort noch nicht gesprochen ist...


    Warum machen Sie es nicht so: man setzt seine Unterschrift am Eingang oder auch im Vorfeld unter eine Verzichtserklärung. "Mit dem Betreten des Zeltes sei man sich über die Gefahr bewusst von einem Fuchs erschlagen zu werden und wird nicht dagegen klagen". Die dann mindestens 90.000 Unterschriften wären gleichzeitig ein feines Statemant gegen die Regulierungswut unserer Schreibtischtäter...

  • Da fällt mir echt nichts mehr zu ein... außer:

    Aber ich glaube auch, dass das das letzte Wort noch nicht gesprochen ist...


    Warum machen Sie es nicht so: man setzt seine Unterschrift am Eingang oder auch im Vorfeld unter eine Verzichtserklärung.


    Und wie willst du kontrollieren das auch jeder der das Zelt betritt unterschrieben hat? Ok, mit Bändchen ginge das...

  • Unglaublich ! Mich erreichte die Nachricht heute um 16:30 telefonisch, als eine trauernde Stimme sagte "Etwas schlimmes ist passiert...." Ich hatte mit einem Todesfall gerechnet. So gesehen war ich fast "angenehm" überrascht - wenn auch auschliesslich in diesem Vergleich!
    Kirmes ohne Füchschen Zelt ist keine "richtige" Kirmes. Ich bin öfter nur ins Zelt hinein und nach Stunden wieder hinaus - ohne den Platz ansonsten zu betreten.
    Die Kombination von toller Atmosphäre und leckerem Bier wird wohl leider auch kein anderer Schausteller bieten können :(

  • Aus der Pressemitteilung des Füchschen:


    „Die Menschen kennen unser Füchschen-Zelt als eine offene Veranstaltung. Viele besuchen uns seit vielen Jahren immer wieder, nehmen sich Urlaub, kommen in Gruppen, mit der Familie, mit Freunden. Jetzt würden Hunderte von Menschen frustriert im Besucherstrom vor unserem Zelt auf Einlaß warten, Besuchergruppen könnten getrennt werden, weil nicht alle zusammen hinein dürfen. Seriöse und unabhängige Sicherheitsfirmen haben uns versichert, dass eine nicht beherrschbare Situation vor dem Zelt entstehen würde. Wenn jeder einzelne Besucher gezählt wird, wird der Einlass-Punkt zum Flaschenhals“, so Peter König.


    Um das zwangsläufige Gedränge zu vermeiden, seien dann zwar öffentliche Sicherheitskräfte verantwortlich, „aber unsere Besucher würden es doch auf uns beziehen, 50 wenn man sie abschirmen und an unserem Zelt vorbeiführen würde und sie nicht hereinkämen.“, so König weiter. „Das wäre dann nicht mehr unsere Veranstaltung. Ich will nicht verantworten, dass Tumult und Ärger in Verbindung mit dem Füchschen gebracht werden und ein Negativ-Image entsteht. Unsere Gäste sollen unseren Partytempel so in Erinnerung behalten, wie er war.“


    Auch in den Vorjahren hatte das Füchschen durchgängig sieben private Fachkräfte für die Sicherheit abgestellt. „Jetzt bräuchten wir mindestens 20 bis 24 Sicherheitskräfte. Das wirkt ja fast, als würde Obama uns besuchen.“


    ...und aus der RP:
    König: „Mir hat ein Polizist gesagt, dass es sich um vorsätzliche Tötung handelt, wenn wir uns nicht an die Auflagen halten und ein Mensch zu Tode kommt.“


    8| Das alles macht die Entscheidung mehr als nachvollziehbar!


    Immerhin lässt folgende Äußerung für's nächste Jahr hoffen:
    „Wir arbeiten bereits an einem neuen Konzept für das nächste Jahr.“

  • Streit um Kirmes-Sicherheit


    Die Entscheidung von Brauerei-Chef Peter König wegen der verschärften Sicherheitsauflagen für die Rheinkirmes in diesem Jahr das beliebte Füchschen-Zelt nicht aufzuschlagen, hat für neue Diskussionen um Sicherheit bei Großveranstaltungen gesorgt. Die nach der Loveparade-Katastrophe im vergangenen Jahr landesweit überprüften Vorschriften hatten in Düsseldorf zuletzt die Karnevalisten in die Bredouille gebracht, die wegen des vorgeschriebenen Sicherheitskonzepts erst kurz vor Altweiber die Genehmigung für den Rosenmontagszug erhielten. Vor allem Vertreter der politischen Parteien halten die Regeln für unverhältnismäßig streng. weiter lesen auf rp-online.de

  • Dem Artikel steht sogar etwas von nur 2 (in Worten ZWEI) Personen pro m². Welches Konzert, welches Fussballspiel, welche Straßenbahnfahrt welcher Aldi-Kassenbereich würde dann noch genehmigungsfähig sein??
    Die Kirmes wird Kastriert und am Ende haben wir ganz viel Sicherheit für ganz viele Zuhausegebliebene...

  • Zitat

    Die größte Kirmes am Rhein ist in diesem Jahr um eine Attraktion reicher. Zum ersten Mal wir der "Olympia-Looping" auf den Rheinwiesen stehen. Die größte transportable 5er Loopingbahn der Welt. Schon die Maße sind beeindruckend. Die Bahn wiegt 900 Tonnen ist fast 40 Meter hoch und die Schienen sind 1250 Meter lang. Wer mit ihr fährt, wird mit dem fünffachen seines Körpergewichtes beschleunigt. Seit 1989 tourt der „Olympia-Looping“ über deutsche Kirmesplätze, traditionell steht sie zum Beispiel auf dem Münchener Oktoberfest und auf dem Hamburger Dom. Für den Aufbau brauchen 10 Monteure etwa eine Woche, benötigt wird unter anderem ein 200 Tonnen Kran.

    Antenne Düsseldorf

  • Uerige zieht sich ebenfalls zurück...


    "RPO" schrieb:

    In einer Mitteilung heißt es: Der Uerige hat volles Verständnis dafür, dass die Stadtverwaltung und die Sebastianus-Schützen alles dafür tun, um die richtigen Konsequenzen aus der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade zu ziehen. „Die Risikobewertung steckt nach den schrecklichen Ereignissen jedoch noch am Anfang“, sagt Michael Schnitzler.


    Die Konzerte im Uerige-Zelt seien Klassiker, deren besondere Atmosphäre bei der Vorgabe von zwei Besuchern pro Quadratmeter sich vermutlich nicht mehr einstellen werde. „Auf einem Volksfest müssen fraglos Mindeststandards gelten“, so Schnitzler, „aber völlige Sicherheit kann niemand garantieren.“


    Unerträglich, dass es die Verantwortlichen der Legislative binnen Jahresfrist nicht fertig gebracht haben einheitliche Regellungen zu erarbeiten auf die sich die Wirte einstellen hätten können. Bin gespannt wie die Lücken geschlossen werden...


    ... und ob der 5er Looping werbewirksam als "Neuheit" verkauft werden wird...